° Sigur rós

Gestern nicht geschafft, weil viel zu müde. Heute bin ich aber auf dem – bis kurz vor Beginn geheimen – Konzert von Sigur rós gewesen. Näheres zu Musikrichtung und Bandgeschichte findet ihr unter http://www.sigur-ros.co.uk/ und hier.
War toll!!! Allerdings bin ich trotzdem schon etwas früher gegangen. Es wurde empfindlich kalt. Ja, genau! Das Konzert war draußen, weil das Wetter ja eigentlich ziemlich gut (ca. 10°C, Nebel – also recht feucht) und die Kirche recht klein ist. Also auf dem Platz davor.

Bei dieser Gelegenheit konnte ich erste wichtige Fragen klären: Tragen Isländer tatsächlich Islandpullis? Sind die im Reiseführer empfohlenen Handschuhe und Mützen für diese Jahreszeit wirklich angebracht? Beide Fragen sind mit einem klaren „Ja!“ zu beantworten. Das bedeutet, dass ich mir wohl bald entsprechende Dinge kaufen werde. Ich hatte es dem Reiseführer nämlich nicht geglaubt – trotz Mamas guter Ratschläge.

Wieder was gelernt und damit reif fürs Bett…

– BOINC: Kling komisch, ist nützlich

BOINC Der ein oder andere wird noch das gute alte Seti@home kennen: Ende der 90er war es das erste große Projekt, das verteiltes Rechnen über das Internet im großen Maßstab populär machte. Der Ansatz war, zum Um- und ‚Durchrechnen‘ von unzähligen Signalen, die mit riesigen Radioteleskopen empfangen worden sind, all die Privatrechner mitzunutzen, die den ganzen Tag angeschaltet aber nur gelegentlich in Benutzung sind. Die Daten wurden in handliche Pakete aufgeteilt, online verschickt, berechnet und zurückgeschickt. Bis heute hat sich allerdings keine Botschaft von ET gefunden.

In Zeiten von DSL und Flatrates hat sich eines der damaligen Hauptprobleme erledigt: Das Senden und Empfangen von Daten muss nicht mehr ‚manuell‘ koordiniert werden. Und auch ein anderes ‚Problem‘ steht nicht mehr im Raum – verteiltes Rechnen bedeutet nicht mehr nur kosmische Strahlung filtern; die Technik wird inzwischen auch für eine Vielzahl anderer, womöglich sinnvollere Projekte genutzt.

Das beste ist aber, dass es einen ordentlich konfigurierbaren, übersichtlichen Client gibt, mit dem sich viele verschiedene Projekte verwalten und berechnen lassen: BOINC – Berkeley Open Infrastructure for Network Computing – heißt das Stück Software, dass es für alle großen Betriebssysteme (Windows, Mac & Linux) gibt und welches dem Privatanwender das verteilte Rechnen schmackhaft macht.
Denn grundsätzlich ist die Idee sehr schlau: Wenn der Rechner eh angeschaltet und online ist – und es gibt sehr(!) viele Rechner, die das sind – dann kann er in seiner Lehrlaufzeit ja auch was sinnvolles tun. Z.B. Klimamodelle, Proteinverbindungen, Kryptozeugs oder Krankheitsausbreitungen berechnen. Selten war es einfacher, die Welt zu retten. ;)

BOINC-Homepage – mit Downloads, Infos und allem
Infos zu BOINC in der Wikipedia
Unvollständige(?) Übersicht über die aktuellen Rechen-Projekte

° angekommen

Nach rund vier Jahren Planungen, Verschiebungen und Vorbereitungen habe ich es tatsächlich geschafft und bin auf Island gelandet. Man stelle sich diese Insel landschaftlich als eine Mischung aus Mond, Norwegen und Schottland vor. Wer dies aus Mangel an Fantasie nicht kann, der muss leider auf Bilder warten, die es an dieser Stelle allerdings nicht digital geben wird, sondern erst in einigen Wochen auf Papier.
Reykjavik begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein, Seyðisfjördður mit tiefliegenden Wolken und Nieselregen. Dazu passen dann auch ca. 15°C sehr gut.

In diesem beschaulichem Örtchen ganz im Osten Islands leben angeblich ca. 750 Leute. Wo, hat sich mir allerdings noch nicht erschlossen – die Anzahl der Häuser scheint mir eindeutig zu gering. Ich werde dass in den kommenden Wochen beobachten…
Wer mehr zu Seyðisfjördður wissen möchte, der schaue doch mal unter dem folgenden link: http://www.seydisfjordur.is – da gibt es auch Bilder.

Bereits heute konnte ich einem herausragenden Ereignis in diesem Ort beiwohnen: Die Fähre legte an und bleibt wohl auch noch bis Morgen. Um diesem Ereignis gebührend Rechnung zu tragen, haben viele Läden länger auf und es gibt ein Konzert in der Kirche. Es soll isländische Volksmusik gespielt werden. Da bin ich natürlich gespannt und werde mal gucken und hören gehen – vorausgesetzt die Eintrittspreise lassen das zu. Aber das ist ein anderes Thema und wird in einem späteren blog-Eintrag behandelt werden…

– Im Kino: Syriana

syrianaIm Kino gewesen. Politisches Freiluftkino.

Ein wichtiger Vorteil des Freiluftkinos ist die Berücksichtigung ‚älterer‘ Filme in der Programmauswahl. Wenn man im regulären Programm einen Film verpasst hat, was je nach Film zwei Wochen bis zwei Monate braucht, hat man in besagtem Freiluftkino die Chance, neben aktuellen und ganz alten Filmen auch die Kinoperlen der letzten Jahre nachzuholen.

Syriana ist so eine Perle.

„Syriana“ ist ein faszinierender, bitterer, immer fesselnder, nichts schönfärbender Thriller über die Welt der Gegenwart, über Verschwörungen, über die Ausbeutung des Nahen Ostens durch den Westen. In sehr schneller, fragmentarischer Erzählweise brillant inszeniert, in blaugrauen Farben, elegischem Sound und wunderbaren Bildern dringt der Film ins Milieu jener Anzugträger ein, die unsere Welt beherrschen, in die Gesten und das Gerede, in die offene Sprache der Macht.

…bringt es Rüdiger Suchsland auf den Punkt, mehr bleibt kaum zu sagen.

Auch die mitunter gescholtene Komplexität des Filmes, der ohne große Hilfestellungen zwischen Ebenen, Charakteren und Handlungssträngen springt, macht den Film zu dem anspruchsvollen Thriller, der er ist. Formal einfacher kann Syriana nicht funktionieren. Und wer den Film nicht ein zweites Mal sehen oder schon früher (mehr) verstehen will, dem sei der englische Wikipedia-Eintrag ans Herz gelegt.

Mit Syriana ist Stephen Gaghan auch ein Zeitdokument gelungen; ebenso wie Sydney Pollack mit Die drei Tage des Condors in den 70ern mehr als einen Politthriller gedreht hat, ein politische Dokument seiner Zeit.

kornecke meint:

– Metacontent: Online RSS-Reader

Blogs und ähnliche Seiten bieten seit einiger Zeit einen besonderen Service: Einen RSS-Feed, über den man die Einträge (z.B. vom nuf, PardusPiloten oder keva), bzw. Nachrichten (etwa von tagesschau, telepolis oder mac-essentials) der Seiten abrufen kann ohne die eigentliche Seite zu besuchen.

Um diesen RSS-Feed auszulesen braucht es wiederum spezielle Tools. Firefox bringt einen solchen ‚RSS-Reader‘ von Hause aus mit, außerdem gibt es unzählige (frei verfügbare) Programme, mit denen man die ‚abonnierten‘ Neuigkeiten lesen kann.

Eine weitere Alternative sind Webseiten, die einem diese Sammlung der RSS-Feeds anbieten. Solche Onlineversionen der RSS-Reader haben den Vorteil, dass man sich keine zusätzliche Software installieren muss und sie von allen Rechnern mit allen Browsern zugänglich sind.

Auf zerbit.de gibt es eine Übersicht über verschiedene Online-Reader, die populärsten sind wohl Bloglines und der Google Reader. Die Anmeldung ist einfach und kostenlos, die Bedienung einfach.
Wer also verschiedene Seiten regelmäßig auf Neuigkeiten scannt, kann dies bequem erledigen lassen. Auch Seiten, auf denen Neueinträge eher selten oder unregelmäßig eintreffen, verliert man so nicht aus dem Auge. Nette Sache, das.

– Brote ohne Titel

Drei neue Kumpels. Rechts und links (auf dem linken Bild) schnöde Erzeugnisse aus Backmischungen (Lidl, ‚Mehrkornbrot‘, mit Sesam und Sonneblumenkörnern angereichert), in der Mitte und auf dem rechten Bild das erste handaufgezogene ureigene Sauerteigbrot. Aus Mehl, Wasser und Salz.

Das Sauerteigerzeugnis scheint ein wenig blass und ist auch nicht so (auf-) gegangen wie gewünscht; wahrscheinlich bedingt durch die zeitliche Eile die sowohl bei der Teigzüchtung als auch beim Backen am Ende geboten war.


drei brote   ein brot

– Im Kino: Ab durch die Hecke

Ab durch die Hecke Im Kino gewesen. Auf der anderen Seite der Hecke.

Das kann Dreamworks eigentlich besser; Antz, Shrek oder Große Haie – Kleine Fische waren deutlich witziger. Und zum Thema ‚amerikanische, weiße, konsumgeile Vorstadtsiedlungen‘ hätte man sicher eine Menge bissigere Kommentare abgeben können. Hat man aber nicht – brave, familienfreundliche Unterhaltung scheint für die Studios eine sicherere (will sagen: profitablere) Angelegenheit zu sein.

So ist Ab durch die Hecke halt ’nur‘ ein durchaus witziger Animationsfilm. Technisch voll und ganz auf der Höhe, mit einer nicht wirklich bemerkenswerten Story aber einer gelungenen Sammlung unterhaltsamer Charaktere. Das hyperaktive – ‚Du kriegst keine Cola!‘ – Eichhörnchen oder das Opossum mit der – ‚Totstellen!‘ – besonderen Gefahrenabwehr sind für einige Lacher gut. Gefallen tut auch die Synchronisation: U.a. Bernhard Hoëcker als besorgtes ‚Familienoberhaupt‘, Ben Becker als bedrohlicher Grizzlybär.

Auch wenn man mehr erwarten hätte können, ist Ab durch die Hecke im klimatisierten Kinosaal dieser Tage sicher nicht die schlechteste Möglichkeit, Geld auszugeben.

kornecke meint:

° Die ersten Abwehrmechanismen

Am 05. Juli 2006 habe ich die ersten Stacheln entdeckt. Die waren noch so klein, dass sogar die Kamera sie nur unscharf aufgenommen hat. Mitlerweile sind sie schon (fast) groß und hart geworden. Ich bin mir sicher: Das werden mal richtige Killerkakteen mit abbruchsicheren und cm-langen Stacheln – in 50 Jahre dann…

05. Juli 2006 20. Juli 2006 20. Juli 2006

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Vermutlich werdet ihr die nächsten zwei Monate keine neuen Bilder meiner Winzlinge zu sehen bekommen. Der Grund: Ich weile auf Island. Damit ich das Blog-Einträge-Schreiben aber nicht verlerne, werde ich unter der Kategorie „Islandsferð“ wichtige Dinge meiner großen Reise berichten. Vorausgesetzt ich finde dort einen Internetzugang – am besten gleich neben einer heißen Quelle.