– Same procedure…

„Das Niveau der 56. Berlinale war insgesamt äußerst mäßig.“

…schreibt der Tagesspiegel.

Es ist tatsächlich jedes Jahr das gleiche Spiel. Vor der Berlinale: Alle bejubeln Dieter Kosslick und sind schon ‚ganz gespannt und aufgeregt‘. Während der Berlinale: Natürlich sind ein paar Filme ’schrecklich‘, aber es macht ‚großen Spaß‘ und alle haben ‚ganz intensive Erlebnisse im Kino‘. Und nach der Berlinale: ‚Mäßiger Jahrgang‘. ‚Das war schon mal besser‘. Und überhaupt, ‚zu wenig Promis/ zu viel Starfixierung/ zu wenig Ernsthaftes/ zu wenig deutsche Filme/ zu viele deutsche Filme‘.

Das deutsche (berliner?) Feuilleton.

– filmdienst feature (4/ 2006)

Best of aktueller filmdienst, mal wieder.

syrianaSyriana, Bundesstart am 23. Februar, wir geradezu euphorisch gelobt. Sefan Volk meint:

Syriana ist kein eingängiger Film und keiner, der einen gleich wieder loslässt. Er gehört zu denjenigen Politthrillern, die man zum besseren Verständnis mehr als nur einmal sehen sollte, und bei denen sich das, dank großartiger Schauspieler, einer herausragenden Regie und eines hintersinnig verschachtelten Drehbuches, auch lohnt. Ein mutiger, ambitionierter Film. Ein großer Wurf!“

Wenig überraschend kommt auch der Oscar-Favorit Brokeback Mountain (ab 09. März) sehr gut weg.

„Zutiefst anrührender Film, dessen Darsteller ihre Figuren mit glaubhaftem Leben erfüllen und ihnen doch ihr Geheimnis belassen. In den Hoffnungen, Sehnsüchten und Lebenslügen des Paares vermittelt der meisterhaft inszenierte, episch breite Film die Einsamkeit und Ängste seiner beiden Protagonisten.“

Aeon Flux Schade ist es um Aeon Flux (ab 16. Februar). Hätte eine sehr unterhaltsame Angelegenheit werden können. Ist es aber nicht – meint zumindest Rüdiger Suchsland:

„So naiv und eindimensional, gar streckenweise albern, wie sich das anhört, ist es auch. (…) „Aeon Flux“ ist kein völlig schlechter Film, aber ein völlig uninteressanter.“

Sehr erfreulich klingt aber, was Dominik Graf mit dem Roten Kakadu (bereits im Kino) abgeliefert hat; erfreulich, dass man auch solche Filme über „den Osten“ machen kann. Horst Peter Koll:

„Das alles funktioniert trefflich als kurzweiliges historisches Ausstattungskino, das sich nahtlos in die derzeitige Welle vergleichbarer Kino- und Fernsehsujets zwischen „Good Bye, Lenin!“ und „Der Tunnel“ eingliedert. (…) „Der Rote Kakadu“ ist alles andere als sprödes Autorenkino, das Graf noch mit seinem letzten Kinofilm „Der Felsen“ bediente; es ist routiniertes Unterhaltungskino – freilich mit aller Aufmerksamkeit, Sensibilität und Professionalität, die dieses Genre mit Glaubwürdigkeit und Leben erfüllt.“

– Über deutsches Kino

Dominik Graf hat die Lage im Interview mit dem Tagesspiegel treffend auf den Punkt gebracht:

„Es ist nicht gut, wenn das Kino für die großen und das Fernsehen für die kleinen Gefühle zuständig sein soll. Auch das Kino braucht die C-Pictures, schnelle, unaufwändig gedrehte Genre-Geschichten. Egal, was die Hohepriester der Kinematographie gegen das Fernsehen sagen: die zwei besten deutschen Filme der letzten fünf Jahre waren für mich ein „Tatort“ aus München und ein „Sperling“ aus Berlin. Nur da habe ich als Zuschauer Figuren, Momente, Dialoge gefunden, die ich geliebt habe. Im deutschen Kino finde ich viel streberhaftes Bemühen nach dem Besonderen. Entweder zu viel oder zu wenig Kunst. Nichts, was ich so lieben kann. Filme, die daherkommen wie Aufsätze von Einserschülern, die das Feuilleton aufmerksam studiert haben.“

– Von elektrischen Schafen träumen

electric sheep Do Androids dream of electric sheep? fragt Philip K. Dick in seinem Science-Fiction-Roman.
Für Androiden lässt sich die Frage nicht wirklich beantworten – für Computer unter Umständen aber schon.

Der Bildschirmschoner Electric Sheep lässt den Rechner von kurzen, animierten Schafen träumen. Spannend – fast möchte man sagen romantisch – ist das Prinzip dadurch, dass es immer neue ‚Schafe‘ gibt. Der Rechner lädt immer wieder neue Animationen aus dem Internet herunter, es entstehen (im Netz) pro Stunde im Schnitt 15 neue. Als Nutzer kann man die Schafe bewerten – was dazu führt, dass man sie öfter zu sehen bekommt und dass die weniger beliebten Schafe nach einer Weile aussterben.

Um es anders auszudrücken: Die Schafe wandern online von Comuter zu Computer; ständig entstehen Neue und Alte sterben. Vernetzte Computer träumen vernetzte Träume.

Ganz unromantisch: Der (open source) Bildschirmschoner lässt sich für diverse Betriebssysteme herunterladen. Das (automatische) Herunterladen neuer Schafe dauert eine Weile – eine Flatrate ist ratsam. Auf der Festplatte wünscht sich das Programm einen Gigabyte Traumspeicher.

– Probleme oder Wartungsarbeiten?

In letzter Zeit gab es immer wieder Probleme mit der Erreichbarkeit von kornecke.de und/ oder mit dem SQL-Server, der den Blog und das Forum bedient.

Es gibt Grund zur Hoffnung, dass sich das in naher Zukunft bessert. Im Idealfall sind die aktuellen ‚Störungen‘ auch keine solche sondern Arbeiten am Server, die die Ausfälle in Zukunft mindern, wenn nicht gar komplett beseitigen werden.

Wenn sich die Situation bis Ende des Monats allerdings nicht wesentlich bessert, wird es wohl Veränderungen von meiner Seite geben.