– Problemkino: Afrika

afrika Hotel Ruanda, Der ewige Gärtner, Blood Diamond, Der letzte König von Schottland … Afrika scheint gerade groß in Mode in Hollywood, in Kürze kommt dann wohl Darfur – Der Film.

Was unterscheidet einen guten ‚Afrika-Thriller‘ wie Der letzte König von Schottland von einem schlechten wie Blood Diamond? Ein Thriller braucht zuerst mal eine spannende Geschichte und als zweites spannende Charaktere. Ein Thriller darf nicht platt, klischeeüberladen und offensichtlich sein. Ein Thriller darf es dem Zuschauer nicht leicht machen. Ein Thriller sollte nach Möglichkeit kein happy end, und wenn schon, dann wenigstens nur ein kurzes haben. Ein Thriller sollte sich auf seine Geschichte konzentrieren. Ein Thriller sollte weder seine Zuschauer noch seine Darsteller für dumm verkaufen.

Blood Diamond macht fast gar nichts richtig, Der letzte König von Schottland immerhin das meiste. Es ist zwar löblich, wenn man nicht ’nur‘ einen spannenden (Polit-?) Thriller machen, sondern auch ein bisschen Botschaft vermitteln will – aber wenn man das nicht sehr schlau anstellt, schafft man keines von beidem: Blood Diamond. Wenn man das Elend nicht seiner selbst Willen einsetzt sondern als dramatisches Element innerhalb der Story verwendet und es gleichzeitig schafft, die Hintergründe auf unangenehme Art zumindest teilweise auszuleuchten, kann man einen guten Film machen: Der letzte König von Schottland.

Darf man die Not der Menschen in Afrika instrumentalisieren um ’nur‘ einen spannenden Film zu machen? Man kann und man sollte. Genauso wie man Bio bei Aldi und nicht nur im Bioladen kaufen kann und sollte. Genauso wie man Ökostrom von Firmen, die zuerst mal Geld verdienen wollen, kaufen kann und sollte.

Zurück zum Thema: Der letzte König von Schottland ist kein perfekter, aber ein spannender, beeindruckender Film – was man von Blood Diamond leider überhaupt nicht behaupten kann.

Autos, Werbung und Umwelt

Anfang März waren die Großstädter Deutschlands mit einer bisher nie dagewesenen Werbekampagne konfrontiert. Knapp zwei Wochen lang zierten 200.000 Werbeplakte die Städte. Sie zeigten den Toyota Auris im Wüsten(studio)sand. (SZ)

Einigen gefiel die Werbung, anderen emfanden sie als äußerst nervend. Ich war sehr begeistert! Warum? Weil es aus der Marketingperspektive faszinierend ist, dass alle Werbeflächen fast ausschließlich EIN Produkt zeigen (Kosten: ca. 20 Mio Euro). Da stellt sich die Frage, ob sich das rechnet?!? (Sucht noch jemand ein Diplomarbeitsthema?)

Mein Interesse hielt immerhin so lange, dass ich in einer entspannten Minute zu einer Autobild griff und mir den aktuellen Test (Auris vs. VW Golf) zu gemüte führte. Mein Blick fiel u.a. auf die Wertung in der Rubrik „Verbrauch/Umwelt“, in der beide Autos mit 38 von maximal 40 Punkten abschnitten. Da frage ich mich, wie Autos, die 6,5 l/100km verbrauchen, dafür eine 95%ige Bewertung erhalten?! Wären es 3,0 Liter, okay, aber nicht bei 6,5! Desweiteren lässt sich diskutieren, warum der Punkt „Verbrauch/Umwelt“ nur mit 6,7% (40 von 600) in die Gesamtwertung eingeht. Gänzlich unerwähnt bleiben der CO2-Ausstoß und die anderen Abgase. Wahrscheinlich fängt schon hier die vielbeschriebene Lobby-Arbeit der Automobilindustrie an.

Nachtrag: Es geht auch anders: So veröffentlicht der VCD seit 2003 jährlich die Auto-Umwelt-Liste. Hier werden anhand verschiedener Kriterien (CO2-Ausstoß, sonstige Schadstoffemission, Lärm) die umweltverträglichsten Autos gekürt.

– So oder so ähnlich

Ihr Zeichen: IXXXXXXXX

Guten Tag,

nach nun fast fünf Monaten habe ich von Ihnen immer noch keine Nachricht bezüglich eines Einschreibens, das ich am 25. 10. 2006, Einlieferungsnummer RXXXXXX, aufgegeben habe. Wann genau werden Sie – voraussichtlich – herausgefunden haben, was genau mit diesem Brief geschehen ist?

Im Übrigen wäre es schön, nach einem Nachforschungsauftrag gelegentlich eine Rückmeldung zu erhalten ohne extra erneut nachfragen zu müssen.

– Gruß, k

Sehr geehrter Herr k,

bitte entschuldigen Sie die Verzögerung unsererseits. Wir machen das nie wieder. Wir können nach wie vor nicht mit absoluter Sicherheit sagen, wo Ihr Einschreiben verblieben ist. Allerdings hat unser US-amerikanisches Partnerunternehmen in der fraglichen Zeit etwa eine Tonne Briefe mit Hilfe von Sprengstoff vernichtet, da es einen anonymen Hinweis darauf gab, dass einer der Briefe eine verschlüsselte Botschaft enthalte, und es den amerikanischen Kollegen nicht möglich war, alle Briefe einzeln zu öffnen und zu lesen. Wir nehmen an, dass ihr Einschreiben darunter war und schieben alle Verantwortung nach Amerika.

Mit freundlichen Grüßen
Die gute DEUTSCHE Post

PS: Leider stellte sich im Nachhinein heraus, dass die Geheimbotschaft in einem Telegramm von Frankreich nach Neuseeland übermittelt wurde. Vielleicht tröstet es sie, dass sie vor 2 Wochen entschlüsselt wurde. Es ging um Hobbits.

* Chemnitzer Linux-Tage

Chemnitzer Linux-Tage

Nach einem Jahr Pause konnte ich dieses Jahr mal wieder die Chemnitzer Linux-Tage besuchen. Zwar nur einen Tag, aber nicht ohne Impressionen:

Linux ist das Symbol einer Philosophie (schließlich ist Linux nur der Kernel…). Dabei geht es weniger um kostenlose Programme, sondern um für alle frei verfügbares geistiges Eigentum und offene Quelltexte (Open-Source). Inzwischen weitet sich dieses Prinzip auch auf andere Bereiche aus. Bilder, Texte, Musik etc. können unter freie Lizenzen gestellt werden. Das wohl prominenteste Beispiel ist die Wikipedia.
Sehr empfehlenswert zu diesem Thema ist auch ein Interview mit Don Tapscott in der brandeins.

– Es gibt ca. 150 GNU/Linux-Distributionen: Debian, Ubuntu, Suse, Redhat, Fedora gehören aber zu den verbreitetsten.

Skolelinux breitet sich nicht nur in norwegischen Schulen aus. Eine sehr schöne Lösung sind die Terminal-Server, über die man ganze Klassensätze (alter) Rechner ohne Festplatte strom- und lärmarm booten und arbeiten lassen kann.

– Die Shell (Kommandozeile) ist mit dem Universum der GNU-Tools ein schier unerschöpfliches und sehr mächtiges Instrument.

The Gimp wird vorwiegend von nur 10 Menschen programmiert. Dennoch ist dieses Jahr mit Version 2.4 zu rechnen.

– Namen und Symbole von Firefox und Thunderbird sind eingetragene Warenzeichen, weshalb sie in Debian Source-identisch, aber ohne die Icons und unter den Namen „Iceweasel“ und „Icedove“ integriert sind.

– Die Wikipedia versucht ihre Qualität zu verbessern, u.a. indem Artikel ausgezeichnet werden und endgültige redigierte Versionen einzelner Artikel geschaffen werden.

– Ich habe nun endlich ein Debian-T-Shirt…

– Ach Mister De Niro,

der gute hirte ihr Guter Hirte ist ein ziemlich guter Film; ganz starke Szenen, insgesamt eine großartige Geschichte, die Sie da erzählen.

Aber: Hätten Sie diese Geschichte nicht ein bißchen, naja, zusammenstreichen können? Schon klar, der Eric Roth hat schon eine Menge toller Drehbücher geschrieben – dem kann man nicht so einfach reinreden; aber letztendlich ist ja doch Ihr Film, oder?
Mit ein paar Kürzungen hätte der Film nicht nur an Laufzeit verloren (für 167 Minuten braucht man gute Gründe) sondern auch an Spannung und Stringenz gewonnen.

Und nochwas: Klar ist es ein wenig öde, wenn Ihre Kollegen die Zuschauer immer wieder für blöder halten als die sind und alle Details sicherheitshalber noch drei mal erklären. Aber gelegentlich kann es tatsächlich nützlich sein, die ein oder andere Andeutung doch noch ein wenig auszuführen, insbesondere wenn diese Details für die kommenden Stunden wichtig sind, und noch insbesonderer wenn Ihre Zuschauer in amerikanischer Geschichte nicht so ganz fit sind.

Mist, das klingt jetzt negativer als der Film ist. Und weil Kritik bei Ihnen zulande im Sandwich kommen sollte: Der Gute Hirte ist fraglos ein guter und wichtiger Film; vielleicht beonders reizvoll wenn man ihn in zeitlicher Nähe zum Leben der Anderen schaut.