Ohne Worte…
Archiv für den Monat: August 2006
– Durchzählen, bitte!
° Sigur rós
Gestern nicht geschafft, weil viel zu müde. Heute bin ich aber auf dem – bis kurz vor Beginn geheimen – Konzert von Sigur rós gewesen. Näheres zu Musikrichtung und Bandgeschichte findet ihr unter http://www.sigur-ros.co.uk/ und hier.
War toll!!! Allerdings bin ich trotzdem schon etwas früher gegangen. Es wurde empfindlich kalt. Ja, genau! Das Konzert war draußen, weil das Wetter ja eigentlich ziemlich gut (ca. 10°C, Nebel – also recht feucht) und die Kirche recht klein ist. Also auf dem Platz davor.
Bei dieser Gelegenheit konnte ich erste wichtige Fragen klären: Tragen Isländer tatsächlich Islandpullis? Sind die im Reiseführer empfohlenen Handschuhe und Mützen für diese Jahreszeit wirklich angebracht? Beide Fragen sind mit einem klaren „Ja!“ zu beantworten. Das bedeutet, dass ich mir wohl bald entsprechende Dinge kaufen werde. Ich hatte es dem Reiseführer nämlich nicht geglaubt – trotz Mamas guter Ratschläge.
Wieder was gelernt und damit reif fürs Bett…
– BOINC: Kling komisch, ist nützlich
Der ein oder andere wird noch das gute alte Seti@home kennen: Ende der 90er war es das erste große Projekt, das verteiltes Rechnen über das Internet im großen Maßstab populär machte. Der Ansatz war, zum Um- und ‚Durchrechnen‘ von unzähligen Signalen, die mit riesigen Radioteleskopen empfangen worden sind, all die Privatrechner mitzunutzen, die den ganzen Tag angeschaltet aber nur gelegentlich in Benutzung sind. Die Daten wurden in handliche Pakete aufgeteilt, online verschickt, berechnet und zurückgeschickt. Bis heute hat sich allerdings keine Botschaft von ET gefunden.
In Zeiten von DSL und Flatrates hat sich eines der damaligen Hauptprobleme erledigt: Das Senden und Empfangen von Daten muss nicht mehr ‚manuell‘ koordiniert werden. Und auch ein anderes ‚Problem‘ steht nicht mehr im Raum – verteiltes Rechnen bedeutet nicht mehr nur kosmische Strahlung filtern; die Technik wird inzwischen auch für eine Vielzahl anderer, womöglich sinnvollere Projekte genutzt.
Das beste ist aber, dass es einen ordentlich konfigurierbaren, übersichtlichen Client gibt, mit dem sich viele verschiedene Projekte verwalten und berechnen lassen: BOINC – Berkeley Open Infrastructure for Network Computing – heißt das Stück Software, dass es für alle großen Betriebssysteme (Windows, Mac & Linux) gibt und welches dem Privatanwender das verteilte Rechnen schmackhaft macht.
Denn grundsätzlich ist die Idee sehr schlau: Wenn der Rechner eh angeschaltet und online ist – und es gibt sehr(!) viele Rechner, die das sind – dann kann er in seiner Lehrlaufzeit ja auch was sinnvolles tun. Z.B. Klimamodelle, Proteinverbindungen, Kryptozeugs oder Krankheitsausbreitungen berechnen. Selten war es einfacher, die Welt zu retten. ;)
– BOINC-Homepage – mit Downloads, Infos und allem
– Infos zu BOINC in der Wikipedia
– Unvollständige(?) Übersicht über die aktuellen Rechen-Projekte
° angekommen
Nach rund vier Jahren Planungen, Verschiebungen und Vorbereitungen habe ich es tatsächlich geschafft und bin auf Island gelandet. Man stelle sich diese Insel landschaftlich als eine Mischung aus Mond, Norwegen und Schottland vor. Wer dies aus Mangel an Fantasie nicht kann, der muss leider auf Bilder warten, die es an dieser Stelle allerdings nicht digital geben wird, sondern erst in einigen Wochen auf Papier.
Reykjavik begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein, Seyðisfjördður mit tiefliegenden Wolken und Nieselregen. Dazu passen dann auch ca. 15°C sehr gut.
In diesem beschaulichem Örtchen ganz im Osten Islands leben angeblich ca. 750 Leute. Wo, hat sich mir allerdings noch nicht erschlossen – die Anzahl der Häuser scheint mir eindeutig zu gering. Ich werde dass in den kommenden Wochen beobachten…
Wer mehr zu Seyðisfjördður wissen möchte, der schaue doch mal unter dem folgenden link: http://www.seydisfjordur.is – da gibt es auch Bilder.
Bereits heute konnte ich einem herausragenden Ereignis in diesem Ort beiwohnen: Die Fähre legte an und bleibt wohl auch noch bis Morgen. Um diesem Ereignis gebührend Rechnung zu tragen, haben viele Läden länger auf und es gibt ein Konzert in der Kirche. Es soll isländische Volksmusik gespielt werden. Da bin ich natürlich gespannt und werde mal gucken und hören gehen – vorausgesetzt die Eintrittspreise lassen das zu. Aber das ist ein anderes Thema und wird in einem späteren blog-Eintrag behandelt werden…
– Im Kino: Syriana
Im Kino gewesen. Politisches Freiluftkino.
Ein wichtiger Vorteil des Freiluftkinos ist die Berücksichtigung ‚älterer‘ Filme in der Programmauswahl. Wenn man im regulären Programm einen Film verpasst hat, was je nach Film zwei Wochen bis zwei Monate braucht, hat man in besagtem Freiluftkino die Chance, neben aktuellen und ganz alten Filmen auch die Kinoperlen der letzten Jahre nachzuholen.
Syriana ist so eine Perle.
„Syriana“ ist ein faszinierender, bitterer, immer fesselnder, nichts schönfärbender Thriller über die Welt der Gegenwart, über Verschwörungen, über die Ausbeutung des Nahen Ostens durch den Westen. In sehr schneller, fragmentarischer Erzählweise brillant inszeniert, in blaugrauen Farben, elegischem Sound und wunderbaren Bildern dringt der Film ins Milieu jener Anzugträger ein, die unsere Welt beherrschen, in die Gesten und das Gerede, in die offene Sprache der Macht.
…bringt es Rüdiger Suchsland auf den Punkt, mehr bleibt kaum zu sagen.
Auch die mitunter gescholtene Komplexität des Filmes, der ohne große Hilfestellungen zwischen Ebenen, Charakteren und Handlungssträngen springt, macht den Film zu dem anspruchsvollen Thriller, der er ist. Formal einfacher kann Syriana nicht funktionieren. Und wer den Film nicht ein zweites Mal sehen oder schon früher (mehr) verstehen will, dem sei der englische Wikipedia-Eintrag ans Herz gelegt.
Mit Syriana ist Stephen Gaghan auch ein Zeitdokument gelungen; ebenso wie Sydney Pollack mit Die drei Tage des Condors in den 70ern mehr als einen Politthriller gedreht hat, ein politische Dokument seiner Zeit.
– Monatlicher Rückblick (Juli), und weiter (zurück)

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Und ‚Monat – Täglicher Durchschnitt – Summe‘:

Der Trend ist deutlich. In einigen Jarzehnten kann ich dann mit Onlinewerbung Geld verdienen… :p
