Archiv für den Monat: April 2006

– Warnung

Keine gut Idee ist es, in einer Arbeit, die es erfordert, saubere Quellennachweise zu führen, diese Nachweise beim ersten Schreiben mit „steht irgendwo bei xyz“ abzukürzen. Zumindest dann nicht, wenn es sich bei ‚xyz‘ um einen 800-Seiten-Wälzer handelt. man hat ja sonst nix zu tun. Grummel…

– Im Kino: Inside Man

inside man Im Kino gewesen. Spannend, unterhaltsam, gelungen.

Spike Lee ist eigentlich kein Regisseur für Hollywoods großes Unterhaltungskino – dass er in diesem Fall eine Ausnahme gemacht und mit Inside Man einen intelligenten Thriller gedreht hat, ist eine schöne Überraschung.

Inside Man ist einerseits eine klassische Inzsenierung eines Bankraubes. Ein Genre, dass immer wieder durch die Verknüpfung von Action einerseits und kammerspielartigen Atmosphäre andererseits zu fesseln weiß. Die Inszenierung eines Bankraubes funktioniert in den seltensten Fällen mit viel Explosionen und Schießereien, sondern durch logistische oder – wie auch in diesem Fall – psychologische Raffinesse.
Der Film wäre allerdings kein ‚Spike Lee Joint‘ wenn es nicht auch ein politischer Film wäre. Auf mehreren Ebenen – vom Bankdirektor bis zum Streifenpolizisten – finden sich mehr oer weniger deutliche politische, gesellschaftliche Fußnoten, die dem Film in ihrer Summe eine weitere Färbung, eine andere Ebene verpassen. Und diese Ebene funktioniert durchaus; auch wenn sie nicht nötig gewesen wäre, um den Film gelingen zu lassen.
Ob der Film auch ohne die erstklassigen Darsteller gelungen wäre, ist allerdings eine berechtigte Frage. Es macht Spaß, Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster und anderen hervorragenden Schauspielern zuzuschauen.

Inside Man hat aber auch seine Ecken und Kannten. Wie fast alle Filme, die den Zuschauer (hinterher) knobeln lassen, wie sich welche Details zusammenfügen, gibt es auch hier Details, für die sich keine ordentliche Erklärung finden lässt. Auch die Spielfreude der Darsteller scheint einige Mal über die Stränge zu schlagen; in den Nebenrollen übertreiben es die Charaktere gelegentlich – und im letzten Teil des Filmes verliert auch das Drehbuch ein wenig an Schwung. Aber das sind Mäkeleien auf hohem Niveau.

kornecke meint:

* Testspiel in Vorbereitung

Jorlúnds Krieger

Alles deutet darauf hin, daß in nächster Zeit ein neues (das zweite) Testspiel für Jorlúnds Krieger gestartet werden kann. Es müssen lediglich noch ein paar Kleinigkeiten im Auswertungsprogramm gemacht werden. Die Regeln sind so gut wie überarbeitet und die Homepage wird auch neu gemacht.

Das Testspiel dient dazu, Fehler auszumerzen und einen Regelfeinschliff vorzunehmen. Gleichzeitig ist es eine Entwicklungsplattform, denn schließlich ist noch nicht alles geplante integriert.

Näheres dann demnächst.

Ergänzung: So, jorlund.de ist neu. Zumindest was das Layout und die Grundstruktur angeht. Die Inhalte fliessen dann nach und nach ein…

– Wissenschaftlich wichtige Frage

Wie viele Spielverläufe gibt es beim Skat theoretisch? Endlich viele oder unendlich viele?

Ich meine endlich viele, aber die Info muss sicher sein.

Beim Schach gibt’s wohl unendlich viele. Schließlich könnten die Spieler ja auch ewig immer nur ihre Türme hin und her schieben. Gibt es noch schöne ‚analytische‘ Spiele mit endlich vielen möglichen Spielverläufen?

– Im Kino: V wie Vendetta

vendetta Im Kino gewesen. Not amused.

Ertaunlich ist, wie sich an V wie Vendetta sich die Geister scheiden. Es gibt eine Menge sehr positiver Rezensionen, aber auch nicht wenige kritische Stimmen.

„Writing in the same babbling, humorless fashion as their woebegotten Matrix sequels, the Wachowskis again mistake leaden exposition for drama. Think Fight Club, only without the irony.“

Sean Burns trifft damit ziemlich in Schwarze. Der Vergleich zur Matrix-Trilogie drängt sich tatsächlich auf: Das erste Drittel ist durchaus sehenswertes, gut inszeniertes Kino (im aktuellen Fall eine gelungene Comic-Verfilmung), dann aber drängt sich mehr und mehr eine krude, aber gleichzeitig unglaublich platte Botschaft in den Vordergrund, der es an jeder Art von Humor oder Subtilität fehlt.

Es ist gut vorstellbar, dass V wie Vendetta eine sehenswerte, innovative Comic-Verfilmung hätte werden können. Allerdings legten die Wachowski-Brüder, die den Comic für die Leinwand adaptierten, deutlich mehr Wert auf die vermeindlich kritisch-politische Botschaft, die dem Zuschauer ein um’s andere Mal wieder um die Ohren, bzw. Augen, gehauen wird. Für Zwischentöne, innere Spannungen und leisere Töne bleibt kein Platz mehr; das Comic-hafte wird aus der Story herausgeprügelt.
Genausowenig funktioniert der Film als politisches Stück. Gut möglich, dass die Wachowskis ihren Kommentar zu aktuellem Geschehen abgeben wollten, aber dieses Anliegen verkommt in dem Film ebenso wie die an sich spannende Frage nach den Grenzen und möglichen Rechtfertigungen von Gewalt zur Banalität.

kornecke meint: