{"id":206,"date":"2006-03-21T12:07:17","date_gmt":"2006-03-21T11:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kornecke.de\/blog\/?p=206"},"modified":"2006-06-07T10:25:14","modified_gmt":"2006-06-07T09:25:14","slug":"requiem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kornecke.de\/blog\/?p=206","title":{"rendered":"&#8211; Im Kino: Requiem"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" id=\"image201\" src=\"http:\/\/www.kornecke.de\/blog\/pics\/\/requiem.jpg\" alt=\"requiem\" align='left' vspace='5' hspace='10' \/>Im Kino gewesen. Andere Zeit, andere Welt.<\/p>\n<p><i>Requiem<\/i> ist kein Gruselfilm in der Art von <i>Der Exzorzist<\/i>; genau genommen ist <i>Requiem<\/i> nicht einmal ein Film \u00fcber den Exorzismus an Michaela Klingler. Vielmehr ist es ein Film \u00fcber Michaela; ihr Leben in ihrer Zeit und unter ihren Umst\u00e4nden &#8211; ein Requiem f\u00fcr sie und ihr reales Vorbild Anneliese Michel.<\/p>\n<p>Wie schon bei <i>23<\/i> beweist Hans-Christian Schmid, dass er es hervorragwend versteht, sich in andere Zeiten und Personen zu versetzen. In <i>23 &#8211; Nichts ist so wie es scheint<\/i> schildert Schmid die 80iger Jahre und eine Welt, in der Karl Koch jede Sicherheit und den Bezug zur Welt verliert.<br \/>\nIn <i>Requiem<\/i> ist es Michaela Klingler, die sich in den fr\u00fchen siebziger Jahren in einer Welt wiederfindet, die ihr keinen anderen Ausweg als die Besessenheit bietet. Ohne den Beteiligten Schuld zuzuweisen, zeichnet er eine Welt, die der jungen Frau praktisch keine Chance l\u00e4sst. Das Best\u00fcrzende an dem Film ist nicht, dass Menschen durch mehr oder weniger &#8218;b\u00f6sartige&#8216; Handlungen Schlechtes bewirken, sondern dass es Situationen geben kann, in denen Menschen &#8211; ohne dass ihnen jemand etwas B\u00f6ses will &#8211; nur noch Verzweifeln k\u00f6nnen. Keine Naturgewalt, kein schlimmes Schicksal, kein b\u00f6ses Wollen; allein die an sich wenig aufregenden Umst\u00e4nde belasten Menschen bis zur existenziellen Not.<br \/>\n(Schmid scheint damit der Interpretation des evangelischen Theologen Uwe Wolffs zu folgen, der den Fall Anneliese Michel untersucht und interpretiert hat. Zu Wolffs Arbeit und dem Fall Anneliese Michel sei auch der <a href='http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anneliese_Michel'>Wikipedia-Artikel<\/a> empfohlen.)<\/p>\n<p>Ebenso wie schon in <i>23<\/i> gelingt es Hans-Christian Schmid, den Film in seine Zeit zu transportieren. Die Bilder erinnern in Farbe und Stil an die fr\u00fchen 8-mm-Heimvideos, Musikauswahl und Austattung kompletieren die Zeitreise. Die Darsteller liefern erstaunliches ab; Sandra H\u00fcller, die f\u00fcr ihre Darstellung der Michaela einen Goldenen B\u00e4ren gewann, ebenso wie Imogen Kogge als verst\u00e4ndnislose Mutter und andere Darsteller. Wer allerdings <i>Die fetten Jahre sind vorbei<\/i> gesehen hat, wird beim Anblick von Burghart Klau\u00dfner in der Rolle von Michaelas Vater immer wieder an den ex-68er Villenbesitzer erinnert.<\/p>\n<p><i>Requiem<\/i> ist ein beeindruckender, schockierender Film. Wenn auch sicher nicht in der Art, wie man es erst erwartet.<\/p>\n<p><center>kornecke meint: <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kornecke.de\/blog\/pics\/5.jpg\" width=\"100\" height=\"18\" alt=\"\" \/><\/center><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kino gewesen. Andere Zeit, andere Welt. 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