{"id":166,"date":"2006-02-07T16:48:21","date_gmt":"2006-02-07T15:48:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kornecke.de\/blog\/?p=166"},"modified":"2006-06-07T10:24:56","modified_gmt":"2006-06-07T09:24:56","slug":"munchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kornecke.de\/blog\/?p=166","title":{"rendered":"&#8211; Im Kino: M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kornecke.de\/blog\/pics\/muenchen.jpg\" width=\"212\" height=\"300\" alt=\"muenchen\" align='left' vspace='5' hspace='10' \/>Im Kino gewesen. Der erste H\u00f6hepunkt des Kino-Jahres.<\/p>\n<p>Steven Spielbergs <em>M\u00fcnchen<\/em>, der Israels Rachefeldzug gegen die Hinterm\u00e4nner des Attentats w\u00e4hren der Olympischen Spiele 1972 thematisert, wird und wurde kontrovers diskutiert. Sogar von der israelischen Regierung sind kritische T\u00f6ne zu h\u00f6ren: Spielberg eigne sich zu sehr den Standpunkt der pal\u00e4stinensischen Attent\u00e4ter an, er blende die Verbrechen und den Terror der arabischen T\u00e4ter aus. Ein anderes Ziel der Kritik ist Spielbergs Vorlage, <em>Vengeance<\/em> von George Jonas. Es scheint inzwischen sicher, dass es sich bei diesem Buch nicht um die Tatsachenschilderung handelt, die das Buch zu sein vorgibt.<\/p>\n<p>Aber beides sind Vorw\u00fcrfe, die in gewisser Weise daneben gehen. Was genau Spielbergs Absicht war, wei\u00df nur er allein &#8211; die Frage ob der Film die Gewalt nur einseitig schildert oder nicht, kann man diskutieren, sie ist jedoch f\u00fcr das Funktionieren des Filmes unwesentlich. Im Zentrum der Handlung stehen die Mossad-Agenten, ihre Jagd nach den Hinterm\u00e4nnern und das, was ihr &#8218;Job&#8216; f\u00fcr sie f\u00fcr Auswirkungen hat. Spielberg besch\u00e4ftigt sich mit denen die t\u00f6ten, ihren Motivationen, ihren Bedenken, ihren \u00c4ngsten und dem, was der Auftrag mit ihnen macht. In dieser Hinsicht ist <em>M\u00fcnchen<\/em> ein sehr subjektiver Film; ohne jeden Anspruch auf objektive Ausgewogenheit.<br \/>\nUnd auch die Frage, ob es sich bei dem Gezeigten um Tatsachen handelt ist f\u00fcr die Kraft und das Funktionieren des Filmes zweitrangig. Es geht nicht darum, Wahrheiten aufzudecken; es geht vielmehr darum, die Legitimation des T\u00f6tens generell zu hinterfragen und die Konsequenzen solchen Handelns darzustellen.<\/p>\n<p>Der Film beginnt als Politthriller, eine Agentengeschichte die spannend erz\u00e4hlt wird, den Zuschauer mitnimmt. Nach und nach jedoch kippt die Story; mehr und mehr verschiebt sich der Focus von der Jagd aud die J\u00e4ger. Ohne dass es der Zuschauer recht merkt, ist er &#8211; zusammen mit den Akteuren &#8211; bald gefangen in einer Situation, in der er die Dinge hinterfragen und werten muss. Die anf\u00e4ngliche Spannung der Story wird ersetzt durch Anspannung in und unter den Figuren, mit denen sich der Zuschauer anfangs noch weitestgehend identifizieren konnte.<\/p>\n<p>Jenseits dieser &#8218;pers\u00f6nlichen&#8216;, ersch\u00fctternden Entwicklungn ist <em>M\u00fcnchen<\/em> zuletzt auch ein Statement zum aktuellen Zeitgeschehen. Wenn Avner, der Anf\u00fchrer des Mossad-Kommandos, in der letzten Szene verlassen und desillusioniert in New York steht, dann wird klar, wie sehr die Ereignisse von M\u00fcnchen mit den aktuellen Geschehnissen im Nahen Osten und auch mit den Terrorakten vom elften September verbunden sind.<\/p>\n<p><center>kornecke meint: <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.kornecke.de\/blog\/pics\/5.jpg\" width=\"100\" height=\"18\" alt=\"\" \/><\/center><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Kino gewesen. Der erste H\u00f6hepunkt des Kino-Jahres. Steven Spielbergs M\u00fcnchen, der Israels Rachefeldzug gegen die Hinterm\u00e4nner des Attentats w\u00e4hren der Olympischen Spiele 1972 thematisert, wird und wurde kontrovers diskutiert. 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