Archiv für den Monat: Juni 2007

° Begegnung

Ich saß in der UBahn auf dem Weg von der Uni nach Hause, war müde und hatte Hunger. Deshalb holte ich meine Dose aus dem Rucksack und begann Paprika zu essen. Ein Mann saß neben mir, guckte rüber, lächelte und sprach in gebrochenem Deutsch:

„Hast wohl Hunger!“
„Ja.“
„Mhh, ich habe auch etwas zu essen mit.“
„Aha“

Dann holte er ein Fladenbrot aus seiner Tasche, riss ein Stück ab und gab mir die Hälfte. Ich nahm dankend an und aß mit ihm zusammen sein Brot.

Seitdem frage ich mich, warum ich so selten etwas an fremde Menschen verschenke.

Post

Heute habe ich einen Brief von meiner Bank bekommen.

Über Post freue ich mich immer, aber von der Bank? Kontoauszüge sind’s nicht, und eine Rechnung wohl auch nicht (die belastet die Bank direkt ohne mir einen Brief zu schreiben) – also was könnte es sein?

Schnell den Brief aufgerissen und siehe da: Mir wird zur Volljährigkeit gratuliert!!! An sich eine nette Geste, schließlich wird man ab einem gewissen Alter gern jünger geschätzt, aber 18?!?

Aber Bankmitarbeiter sind halt auch nur Menschen, und Kopfrechnen ist nicht jedermanns Stärke, da kann man sich schon mal um 10 Jahre vertun.

– Windowsprogramme auf Mac OS X

Tolle Sachen gibt’s: Dass man auf den aktuellen Macs (mit Intel Prozessoren) auch Windows installieren und starten kann, ist keine Neuigkeit. Dass es Virtualisierungslösungen gibt, die es erlauben parallel zu Mac OS ein Windows zu starten – quasi als Anwendung innerhalb von Mac OS – ist noch älter. (Wobei derartige Software seit dem Hardwarewechsel der Macs erheblich sauberer und schneller läuft.)

Was neu und ziemlich cool ist: Windowsanwendungen innerhalb von Mac OS ausführen als ob es ganz normale Mac Programme wären. Großartige Demonstration im Video.

[youtube JIApJMzGzDQ]

Die Software kommt von VMware (die übrigens diverse Virtualisierungssoftware auch und vor allem für Windows herstellen; ein ganz anderes Thema). Das im Video gezeigt Unity soll in Kürze verfügbar sein.
Allerdings mehren sich die Gerüchte, dass die Jungs von Apple selber eine verstärkte Mac/ Windows – Kompatibilität in die neue Version von Mac OS (ab Herbst, leider erst *schnief*) einbauen wollen – neben dem jetzt schon frei verfügbaren Bootcamp.

Also ich kann mir beim besten Willen keinen Grund mehr denken, sich keinen Mac zu kaufen. ;)

– Tagesempfehlung: VS-Geheim

Ein ‚Job-Blog‘ eines Polizisten, der offensichtlich in der Notrufzentrale (genau, die mit 110 beginnt und endet) arbeitet. Klickst du hier.

Ein Auszug:

„Polizeinotruf.“
Eine Frau mit hartem Akzent und rollendem „R“. „Ja, bitte verbinden Sie mich mit Duisburg!“
„Mit wem in Duisburg denn?“
Unwirsch. „Mit der Polizei natürlich.“
Die Stimme kommt mir bekannt vor. „Und was möchten Sie von der Polizei in Duisburg?“
„Ich möchte Vermisstenanzeige erstatten.“
Lautes Stimmengewirr im Hintergrund. Die Stimme kenne ich doch irgendwoher..“Wo sind Sie jetzt. Das ist so laut im Hintergrund.“
„Ja, ich bin in eine Pizzeria gegangen, weil ich kein Guthaben mehr habe.“
Hä? „Also, Sie haben die 110 angerufen –das kostet nichts. Außerdem sehe ich, dass Sie über ein Handy anrufen, nicht von einer Pizzeria aus!?“
„Ja, ja. Genau. Ich habe kein Guthaben mehr. Deswegen bin ich hier reingegangen.“
Hä – ach, egal. „Okay, Sie sind in einer Pizzeria in Duisburg, ja!?“
„Nein, nein. Ich bin in H-Stadt.“
Au, das wird nicht einfach. „So, so. Okay, der Reihe nach. Sie sind in H-Stadt und wollen jemanden vermisst melden. Wen vermissen Sie denn?“
Zufrieden. „Meinen Sohn.“
„Wie alt ist denn Ihr Sohn?“
„23.“
„Nun, dann ist er ja volljährig. Warum meinen Sie, dass wir ihn suchen sollen?“
„Na, weil ich nicht weiß, wo er jetzt ist.“
Ah, klar. Dumme Frage von mir. „Wann haben Sie ihn denn das letzte Mal gesehen?“
„Heute morgen.“
„Hm, also bis jetzt ist das noch keine Sache für die Polizei!“
Sauer. „Ja, das haben die Polizisten in Neuss auch gesagt. Deshalb will ich jetzt die Polizei in Duisburg mit der Suche beauftragen!“
Wtf…!? Neuss, Duisburg, H-Stadt…!?
Kling, kling. Jetzt weiß ich, woher ich die Stimme kenne.
„Sie haben mich vor ein paar Wochen schon mal angerufen, nicht wahr!? Da wollten Sie Ihre Nachbarn anzeigen, weil die einen nassen Regenschirm in den Flur gelegt hatten und sie meinten, der würde sicher bald schimmeln, was über kurz oder lang zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ihrerseits führen würde!“
Unsicher. „Ähm..ja, aber darum geht es ja jetzt nicht.“
„Stimmt. Aber wir werden Ihren Sohn nicht suchen und ich verbinde Sie auch nicht nach Duisburg.“
„Dann werde ich jemanden anders beauftragen.“
„Jau, viel Glück.“

5 Minuten später klingelt der Notruf und ein Kollege nimmt ab.
„Eine Vermisstenanzeige? In Duisburg? Ja, klar, ich verbinde….Hallo? Ja, ich verbinde euch mal eine Dame, die vermisst wohl ihren Sohn. Tschüss!“

– Euro für Euro

oettinger

(Bild von flickr)

Ministerpräsident Oettinger hat einen tollen Vorschlag gemacht: Um Berlin zu entschulden, soll der Senat für jeden Euro, der für Schuldentilgung ausgegeben wird, einen Euro vom Bund bekommen. (Propaganda-Meldung) Clevere Idee.

An dieser Stelle zwei Ratschläge von Beppo und mir an Bürgermeister Wowereit.

Alernative eins: 100 Euro zurückzahlen – soviel sollte Sarrazin, der alte Knauser, locker machen können – und dafür 100 Euro bekommen. Das Geld dann auch gleich wieder an die Bank und neue 100 Euro geben lassen, gleich wieder einzahlen und neu… Naja, die Schulden sollte man dann in relativ kurzer Zeit los sein.

Alternative zwei, geht vielleicht schneller: Irgendwo nochmal so viel Geld leihen, wie Berlin aktuell Schulden hat (das könnte schwierig werden, aber mit dem Plan sollte es möglich sein), die Schulden alle zurückzahlen, genau so viel Geld vom Bund bekommen und dann die anderen Schulden auch wieder zurückzahlen.

So oder so wäre Berlin relativ einfach und preiswert schuldenfrei. Herr Oettinger, darauf trinken wir einen!