– Tatortkritik: Jagdzeit

Die Münchner kriegen fast immer gute oder gar sehr gute Drehbücher. Warum auch immer; von den Kommissaren an sich würde man ja meinen, sie sind eher so Tatort-Mittelklasse.

Erstaunlich, in Jagdfieber ging es nicht um das gesellschaftlich umstrittene Thema Jagd – da hätte ich doch einen halben Kasten Weißbier drauf verwettet. Statt dessen ging es im zwei Frauen – bzw. um eine Frau und ein Kind, das im Grunde aber schon nicht mehr Kind war.
Anderswo liest man, dass das Sozialdrama übertrieben und die Darstellung der Verhältnisse eindimensional gewesen sei. Das mag im Grunde stimmen, aber für die Hauptfigur – die 13-jährige ‚Nessi‘ – macht das keinen wesentlichen Unterschied. Das Mädchen geht mit ihrem Leben einfach um und entwickelt dabei eine Intelligenz/ Routine/ Abgeklärtheit, dass man einerseits erschrocken, andererseits aber auch froh ist: Darüber, dass es kein Drama sondern Alltag ist.

Schön gemacht auch die nur lose Verknüpfung des eigentlichen Krimis mit dem restlichen Plot. Hier steht die Frau des Toten (ist es dann schon eine Ex-Frau?) im Mittelpunkt. Wenn so der subversive(?) Vergleich gezogen wird zwischen dem Umfeld des 13-jährigen Mädchen und dem der „Barock-Barbarella mit altoettinger Zungenschlag“ (rp-online), fragt man sich doch zu Recht, wo denn nun tatsächlich soziale Missstände herrschen. Vier Punkte.

4 Gedanken zu „– Tatortkritik: Jagdzeit

  1. Pharmabiest

    Lass ihn doch jetzt noch gucken… Wer weiss, ob er ab Juli dazu noch kommt…?!?!?

  2. Pingback: - Tatortkritik: Gestern war kein Tag « kornecke.blog

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