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Da unserem Ofen fast jede Woche 2 große Kumpel entspringen, wollte ich 2 exemplarische Vertreter schon lange mal zur Schau stellen. Nun endlich ist es geschehen. Die harten Fakten: Das Problem: |
Archiv für den Monat: März 2006
– Google-Earth Quiz (III)
…gaaaanz einfach diesmal.
Auflösung: Downloaden und mit Google Earth öffnen.
– Im Kino: Brokeback Mountain
Im Kino gewesen. Quasi als Letzter.
Zu Brokeback Mountain wurde inzwischen reichlich geschrieben und berichtet, z.B. hier, hier oder hier.
Daher nur kurz: Ja, es ist „eine wundervolle, tragische Liebesgeschichte“ (filmstarts.de) – doch fehlte mir streckenweise die Intensität, die der Film in einigen Szenen erreicht. Nein, einiges schien mir nicht 100%ig zu passen.
Ein sehr guter Film, aber der weitgehenden Euphorie („…eine der schönsten Liebesgeschichten, die je im Kino erzählt worden ist.“, Knut Elstermann auf radio eins ) mag ich mich nicht anschließen.
– Google-Earth Quiz (II)
Wegen der großen Nachfrage: Das nächste Bild. Eine Spur schwieriger.
Auflösung: Downloaden und mit Google Earth öffnen.
– Google-Earth Quiz (I)
Neuigkeit hier im blog: Das Google-Earth Quiz
…und das geht so: Ich suche bei via Google Earth einen – mehr oder weniger – markanten Ort heraus und poste hier einen Screenshot. Dann darf man raten, was darauf zu sehen ist. Wer’s zuerst rausbekommt, darf sich ein Eis kaufen.
OK, ganz einfacher Start heute. (Um das Bild ordentlich groß zu sehen, raufklicken.)
Auflösung: Downloaden und mit Google Earth öffnen.
– Apple-Marketing
Bei Apple sind nicht nur die Entwickler ausgesprochen schlaue Leute, auch die PR-Abteilung lässt sich einiges einfallen: Ganz große Sachen, wie ein aus dem Weltall sichtbarer iPod (Google-Earth-Koordinaten, Hintergrund-Infos) oder auch Kleinigkeiten; hier erhält jeder iPod-Käufer anstandlos neue Kopfhörer frei Haus zugesandt. Die Werbewirkung die von den charakteristischen Kopfhörern ausgeht, zählt bei Apple offensichtlich mehr als die Kosten solcher ‚Geschenke‘.
– Absurdistan von vorgestern
Ist ein bisschen komisch in Berlin. Ganz aktuell: Vogelgrippe kommt, und keiner weiß wohin.
Weniger aktuell: Fußgänger im Autotunnel. Was die da machen? Spazierengehen. Warum? Weil man es kann. Und sonst? Nix sonst, „Tatsächlich ist das unterirdische Erlebnis nicht besonders überraschend.“
Der Berliner als solcher war seit sehr langer Zeit nicht mehr auf dem Fernsehturm, war noch nie in der Zitadelle Spandau und fast nie im Zoo oder Aquarium. Das ist alles zu banal. Der Berliner schaut sich lieber leere Museen, unfertige Bahnhöfe oder eben leere Autotunnel an.
– Grüße von Murphy
Immer dann, wenn man hofft, die Co-Autoren würden vielleicht den ein oder anderen Beitrag liefern (da man selbst gerade keine Lust/ Zeit/ Laune/ Idee/ etc. hat), schreiben diese natürlich zuverlässig nichts. *seufz*
– Lemma
Mitunter hält sich der Frühling auch an die Astronomen, nicht an kornecke.
– Im Kino: Requiem
Im Kino gewesen. Andere Zeit, andere Welt.
Requiem ist kein Gruselfilm in der Art von Der Exzorzist; genau genommen ist Requiem nicht einmal ein Film über den Exorzismus an Michaela Klingler. Vielmehr ist es ein Film über Michaela; ihr Leben in ihrer Zeit und unter ihren Umständen – ein Requiem für sie und ihr reales Vorbild Anneliese Michel.
Wie schon bei 23 beweist Hans-Christian Schmid, dass er es hervorragwend versteht, sich in andere Zeiten und Personen zu versetzen. In 23 – Nichts ist so wie es scheint schildert Schmid die 80iger Jahre und eine Welt, in der Karl Koch jede Sicherheit und den Bezug zur Welt verliert.
In Requiem ist es Michaela Klingler, die sich in den frühen siebziger Jahren in einer Welt wiederfindet, die ihr keinen anderen Ausweg als die Besessenheit bietet. Ohne den Beteiligten Schuld zuzuweisen, zeichnet er eine Welt, die der jungen Frau praktisch keine Chance lässt. Das Bestürzende an dem Film ist nicht, dass Menschen durch mehr oder weniger ‚bösartige‘ Handlungen Schlechtes bewirken, sondern dass es Situationen geben kann, in denen Menschen – ohne dass ihnen jemand etwas Böses will – nur noch Verzweifeln können. Keine Naturgewalt, kein schlimmes Schicksal, kein böses Wollen; allein die an sich wenig aufregenden Umstände belasten Menschen bis zur existenziellen Not.
(Schmid scheint damit der Interpretation des evangelischen Theologen Uwe Wolffs zu folgen, der den Fall Anneliese Michel untersucht und interpretiert hat. Zu Wolffs Arbeit und dem Fall Anneliese Michel sei auch der Wikipedia-Artikel empfohlen.)
Ebenso wie schon in 23 gelingt es Hans-Christian Schmid, den Film in seine Zeit zu transportieren. Die Bilder erinnern in Farbe und Stil an die frühen 8-mm-Heimvideos, Musikauswahl und Austattung kompletieren die Zeitreise. Die Darsteller liefern erstaunliches ab; Sandra Hüller, die für ihre Darstellung der Michaela einen Goldenen Bären gewann, ebenso wie Imogen Kogge als verständnislose Mutter und andere Darsteller. Wer allerdings Die fetten Jahre sind vorbei gesehen hat, wird beim Anblick von Burghart Klaußner in der Rolle von Michaelas Vater immer wieder an den ex-68er Villenbesitzer erinnert.
Requiem ist ein beeindruckender, schockierender Film. Wenn auch sicher nicht in der Art, wie man es erst erwartet.