Archiv für den Monat: Oktober 2005

– Radiosplitter unbekannter Anzahl

unendlich

Gestern im Radio gehört:

„…fast unendlich viele.“

Das ist einerseits nicht dumm – erweckt es doch den Anschein, eben nicht unendlich aber doch ziemlich groß zu sein.

Frage mich jetzt aber immer wieder: Wie viele sind ‚fast unendlich viele‘? Wahrscheinlich immer noch weniger als die Hälfte von unendlich vielen. Ist ‚fast unendlich viele‘ vielleicht die größte endliche Zahl?? (…was im Grunde ja schon einer mittleren wissenschaftlichen Sensation gleichkomenn würde.)

* Frauenkirche

Heute wurde in Dresden die wiederaufgebaute Frauenkirche geweiht. Hab’s mir im Radio angehört, weil ich so viele Menschen nicht mag.
So was biederes! Daß evangelische Predigten meist nicht besonders spannend sind wußte ich ja schon, aber daß jemand (in diesem Fall Landesbischof Jochen Bohl) noch monotoner sprechen kann als Horst Köhler ist erschreckend zu erfahren. Hätte der Weihgottesdienst nicht einen exellenten musikalischen Rahmen gehabt, wäre er eine ziemlich dröge Veranstaltung gewesen.

Nichstdestotrotz ist die Frauenkirche jetzt wieder das städtebauliche Zentrum Dresdens und auch wenn das Neumarktensemble sehr zu wünschen übrig läßt – um die Berliner Gedächtniskirche sieht es schlimmer aus und die ist immer noch eine Ruine.

– Pinguine, die letzte

Der neue Filmdienst ist da und klärt eines der letzten Kinorätsel auf:

Die Reaktionen der deutschen Filmkritiker fielen allerdings [im Gegensatz zu den hohen Besucherzahlen – k.] verhalten aus; die stießen sich an der naiven Vermenschlichung der Pinguine, die wohl nicht zuletzt durch die alberne Synchronisation bedingt ist: die Tiere werden in der deutschen Synchronisation mit individuellen Stimmen versehen und teilen ihre Empfindungen wie Menschen mit. (…) Das ist umso interessanter, als in der US-Fassung gerade keine Dialoge enthalten sind, sondern Morgan Freeman einen relativ neutralen Off-Kommentar spricht. Dass bestimmte Gruppen des amerikanischen Publikums trotzdem so intensiv darauf reagierten, legt die Vermutung nahe, dass es dort vielleicht an anderweitigen Identifikationsfiguren und Vorbildern mangelt. – (filmdienst 22/ 2005)

In diesem Sinne also die bisherigen Bemerkungen zum Film (nochmal) lesen (hier und hier), das klärt einige Irritationen.

– Broken Flowers

Im Kino gewesen. Großartig, Bill Murray und der ganze restliche Film.

Bin übrigens ganz stark der Meinung, dass das Ende weder wirklich offen noch interpretationsbedürftig ist. Die Geschichte ist einfach vorbei. Alles wesentliche ist passiert und gesagt – was soll da noch kommen?! Der „Rest“ ist nicht wirklich wichtig – naja, nicht wichtig für diese Geschichte.

* Das Tal der Ahnungslosen

Dresden, das ist da, wo ich gerade wohne. Auch bekannt als Elbflorenz, manchmal Elbvenedig. Landeshauptstadt von Sachsen, je nach Betrachtung mal 15. Stadt Deutschlands (Einw.), mal 4. (Fläche).
Man möchte meinen, daß man sie Großstadt nennen darf (zumindest statistisch hat sie das 1852 (100k Einw.) als vierte dt. Stadt geschafft).

Doch sie ist und bleibt das Tal der Ahnungslosen!

Dresden - Frauenkirche
(C) 2004 kornecke

Nämlich: Seit 5 Monaten versuche ich nun einen DSL-Anschluß bei verschiedenen Anbietern zu bekommen und alle meinen einfach: „geht nicht“. (gut, daß bei allen vermutlich die Telekom schuld ist, verrat ich Dresden nicht)
Jedenfalls bereise ich noch immer mit einem 56k-Modem das Netz, komm‘ mir vor wie der letzte Depp und kann nur weiterhin auf die arroganten Blödköppe fluchen, die mit ihren Seiten so tun, als hätten sie schon in Breitbandwindeln gepupt.

Dann hoffe ich mal, daß die Welt sich nochmal ändert und vor allem das Loch hier, denn wahrscheinlich hätte man hier nichtmal für SkyDSL Empfang. (mal abgesehen davon, daß es ziemlich teuer ist)

– Merkwürdige Staaten von Amerika (II)

Wobei genaugenommen diesmal nicht die Staaten merkwürdig sind, sondern die ARD. Erst engagieren sie so einen Korrespondenten und dann verwechseln sie auch noch das Weiße Haus mit dem Kongress. Und dafür zahlt man nun Gebühren…

ard

(Zugegeben, das ist alles noch nicht so richtig professionell…)

– Hallo Herbst!

Morgens ist es dunkel weil kein Sonnenstrahl die Wolken durchdringt. Abends ist es dunkel weil es keine Sonnenstrahlen mehr gibt. Nieselregnen – wechselhaft beständig bei 10°C. Und in Kürze endet die Sommerzeit.

Meine Gene sagen mir, es wird Zeit für den Winterschlaf. Mein Chef und die Dozenten sind anderer Ansicht. Schade eigentlich…

– Paradise Now

Im Kino gewesen. Es ist außerordentlich bemerkenswert, dass der Film keineswegs so ’stark‘ ist, wie man es erwartet. Im Gegenteil gibt es ziemlich unterhaltsame, leichte Passagen.

Vielleicht macht gerade diese Herangehensweise den Film authentischer. Das echte Leben ist nicht immer nur ’stark‘ – und manchmal sind Selbstmordattentate irgendwie ein Teil vom Leben; das Unvorstellbare wird alltäglich – nahezu Normalität.

PS: Die ‚Im Kino gewesen‘ – Einträge tragen ab sofort immer den Titel des Filmes in der Titel-Zeile des Eintrages.